Der Volvo EX30 Cross Country (2025) auf einen Blick
- Erste vollelektrische Cross-Country-Variante
- 315 kW/428 PS und bis zu 543 Nm
- 19 Millimeter höher, 190 Millimeter Bodenfreiheit
- Nachhaltiger, aber reduzierter Innenraum
- ESC teilweise abschaltbar für leichte Drifts
- Grundpreis (Deutschland) ab 57.290 Euro
Sicherheit | Fahreindruck | Unterschiede zum normalen EX30 | Verbrauch & Laden | Interieur | Erstes Fazit | Technische Daten
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Sicherheit: In einem neuen Volvo soll niemand mehr zu Schaden kommen
Bekanntermaßen hat sich Volvo der Sicherheit verschrieben. Geht es nach den Schweden, soll in den nächsten Jahren niemand in oder durch einen neuen Volvo zu Schaden kommen. Allerhand Assistenzsysteme sollen einen möglichen Crash schon im Vorhinein verhindern oder zumindest entscheidend abmildern. Auch deswegen kann das Stabilitätsprogramm ESC (Electronic Stability Program) bei keinem Volvo-Neuwagen mehr deaktiviert werden. Also eigentlich.
Denn mit dem neuen EX30 Cross Country (CC) bringt Volvo wieder etwas Leben in die Bude und erlaubt es der zahlungskräftigen Kundschaft (Grundpreis ab 57.290 Euro), die elektronische Fußfessel zu lockern. Zumindest ein bisschen. Denn zum Anspruch und zur Geschichte der Cross-Country-Modelle passt es eher nicht, wenn auf unbefestigten Pisten jedes noch so dezente Giermoment im Keim – beziehungsweise im Dreck – erstickt wird. Fortan sind im 4,23 Meter langen Stromer leichte Drifts möglich. Das nur für den Fall, dass man ohnehin nahe des Polarkreises wohnt und Zugang zu einem zugefrorenen See hat.
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Fahreindruck: „ESC off“ stimmt nur zum Teil
Allerdings – wie das eben immer so ist, wenn man im Zwiespalt mit seinen eigenen Markenbotschaften gerät – lässt sich das ESC weiterhin nicht komplett abschalten. Die Bezeichnung „ESC off“ im zentralen Mittendisplay ist daher etwas irreführend. Und so kämpfen wir auch auf 83 Zentimeter dickem Eis und ohne Elch im Sichtbereich stets gegen die elektronische Bevormundung. Wird es dem EX30 CC nämlich zu wild (und das geht schnell), zieht der Bordcomputer erst die Zügel in Form der Sicherheitsgurte enger und kappt anschließend, vorzugsweise im Kurvenscheitel, vollends die Antriebsleistung. Spaß sieht anders aus.
Dabei zeigt der um 19 Millimeter höhergelegte und immerzu 315 kW/428 PS starke Offroader in seinen wenigen lichten Momenten – dann, wenn man einmal im "toten Winkel" der Sicherheitssysteme unterwegs ist – sehr wohl, dass er ein feudaler Freudenspender auf Eis, aber auch auf anderen Untergründen wäre. Doch die Freude währt nur kurz, die digitale Nanny lässt sich nicht dauerhaft täuschen. Um es mit den Worten von Gerhard Polt auszudrücken: „Da könntest du eine Gaudi herbringen. Aber so verhungern die Menschen seelisch und geistig, bloß, damit sie's zu irgendwas bringen. Und das Ergebnis kann man sich ja manchmal anschauen.“
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Unterschiede zum normalen EX30: Marginal
Vier Absätze über ein angepasstes Fahrstabilitätsprogramm? Nun, im Wesentlichen handelt es sich beim EX30 CC eben um einen höhergelegten EX30 Twin Motor Performance. Rein äußerlich ein wenig auf Offroad getrimmt, mit einer Bodenfreiheit von 190 Millimetern (V60 Cross Country: 210 Millimeter) etwas geländetauglicher und mit üppigen 19-Zöllern besohlt, soll er der logische nächste Schritt im Abenteuer-Portfolio bei Volvo sein - hin zu einer rein elektrischen Zukunft.
Anders als die geräumigen Kombi-Vorgänger (den S60 CC vergessen wir hier mal), beginnend mit dem Volvo V70 XC ab 1997, bringt der EX30 aber erstaunlich wenig Nutzwert mit. Weder besitzt er ein vollwertiges Handschuhfach noch ausreichend Kofferraumvolumen (318 - 1.000 l). Der Dachgepäckträger, den man auf manch Pressefotos erspäht, zählt übrigens (genauso wie das stylische Winter-Cottage) nicht zum Serienumfang. Und so stellt sich uns die Frage, wohin wir den EX30 CC in Mitteleuropa denn ausführen sollen? Ob der geschotterte Parkplatzteiler zwischen zwei Reihen auf dem Discounter-Parkplatz als Kaufgrund ausreicht, ist zumindest fraglich.
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Verbrauch & Laden: Das hohe Fahrwerk kostet Reichweite
Aber vielleicht begnügt man sich auch mit der Gewissheit, dass man könnte, wenn man denn nur wollte (und dürfte). Etwas weicher soll der hohe EX30 durch sein neues Fahrwerk ebenfalls geworden sein – das müssen wir ob eines fehlenden Straßentests zunächst einmal so stehen lassen. Gleiches gilt für den Verbrauch, den Volvo mit 18,7 kWh auf 100 Kilometer angibt. Das ist etwas schlechter als die 17,5 kWh des normalen EX30 Twin Motor Performance und somit sinkt auch die WLTP-Reichweite von 450 auf 427 Kilometer. Unverändert bleibt die eingesetzte 69-kWh-NMC-Batterie, die man im Idealfall von zehn auf 80 Prozent in rund 26 Minuten nachladen kann. Die DC-Ladeleistung beträgt weiterhin 153 kW.
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Interieur: Nachhaltig, aber nüchtern
Ebenfalls ohne spürbare Neuerungen kommt das Interieur aus. Nüchtern, aber gut verarbeitet, wird man von Dekoreinlegern aus Flachs empfangen. Die grün-grau schimmernden Sitzbezüge der Nordica-Ausstattung sind aus skandinavischem Pinienöl und recyceltem Polyester gefertigt.
Während man sich an die spezielle Bedienung und das fehlende Fahrerdisplay gewöhnen kann, holt uns die Spiegelverstellung über den Infotainment-Bildschirm und die Fensterhebertasten mit Wechselfunktion zwischen vorne und hinten weiterhin nicht ab. Der Volvo EX30 Cross Country ist ab sofort bestellbar und soll noch im späten Frühjahr 2025 erstmals ausgeliefert werden.
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Erstes Fazit
Die Cross-Country-Story begann 1997 mit dem V70 XC. Robust war dieser nicht nur in der Erscheinung, er bot mit einem Kofferraumvolumen von 480 bis 1.610 Litern auch reichlich Nutzwert. Eben dieser fehlt uns im neuen Volvo EX30 Cross Country. Zwar kann er seinem Urahnen mit 1,6 Tonnen Anhängelast durchaus die Stirn bieten, aber durch seine kompakten Abmessungen taugt er kaum für die lange Reise mit der ganzen Familie – schon gar nicht von Süddeutschland nach Nordschweden. Für den aufgerufenen Preis gibt es - Stromer hin, Stromer her - bessere Alternativen. Im eigenen Haus zum Beispiel den preisgleichen Volvo XC60. (Text: Thomas Vogelhuber | Bilder: tv, Hersteller)
Technische Daten
Modell | Volvo EX30 Cross Country (2025) |
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Motor | Zwei Elektromotoren (PSM und ASM) |
Leistung | 315 kW / 428 PS |
Drehmoment | 543 Nm |
Antrieb | Allradantrieb (AWD), 1-Gang-Getriebe |
Batterie (Netto) | 64 kWh NMC |
Verbrauch kombiniert (WLTP) | 18,7 kWh/100 km |
CO2-Emissionen kombiniert (WLTP) | 0 g/km |
CO2-Klasse | A |
Reichweite (WLTP) | ca. 427 km |
Ladeleistung | 11 kW AC / 153 kW DC |
Ladedauer (DC) | 10–80 % in ca. 26 Minuten |
Beschleunigung (0–100 km/h) | ca. 3,7 Sekunden |
Höchstgeschwindigkeit | 180 km/h |
Abmessungen (L/B/H) | 4,233 m / 1,837 m / 1,550 m |
Radstand | 2,650 m |
Wendekreis | 11,2 m |
Kofferraumvolumen | 318 l |
Gewicht / Zuladung | ca. 2.335 kg / ca. 352 kg |
Anhängelast / Stützlast | bis zu 1.600 kg / 75 kg |
Grundpreis | ab 57.290 Euro |
Testwagenpreis | - |