Wie lange dauert der Führerschein in Österreich? Der Zeitplan 2026

Wer den Führerschein neben Schule oder Beruf macht, muss Theorieunterricht, Fahrstunden und Prüfungstermine im Alltag unterbringen. Ein Intensivkurs bündelt einen Teil dieser Ausbildung, garantiert aber noch keinen bestimmten Prüfungstermin.
Für deine Planung solltest du drei Zeiträume unterscheiden: die Ausbildung bis zur bestandenen Fahrprüfung, die anschließende Mehrphasenausbildung und die Probezeit. Die beiden letzten laufen bereits während der Zeit, in der du selbstständig fahren darfst. Sie verlängern also nicht die Wartezeit bis zur ersten eigenen Fahrt.
Entscheidend ist deshalb zunächst, wann deine Fahrschule die Unterrichtseinheiten, Fahrstunden und Prüfungen anbieten kann. Darauf aufbauend lässt sich ein Zeitplan erstellen, der auch zusätzliche Übungsstunden oder einen weiteren Prüfungsantritt berücksichtigt.
Das Wichtigste in Kürze
• Eine feste Ausbildungsdauer gibt es nicht. Vorgeschrieben sind mindestens 32 Unterrichtseinheiten Theorie und 18 Fahrlektionen zu je 50 Minuten.
• Wie lange du insgesamt brauchst, hängt von deinem Lernfortschritt und von den Kurs-, Fahr- und Prüfungsterminen ab.
• Beginnen kannst du sechs Monate vor dem Mindestalter. Mit L17 startest du mit 15 Jahren und sechs Monaten.
• Nach der bestandenen Theorie hast du 18 Monate Zeit für die Fahrprüfung. Nach einem Fehlversuch kannst du nach 12 Tagen wieder antreten.
• Mehrphasenausbildung und Probezeit laufen, während du schon selbstständig fährst.
Wie lange dauert der B-Führerschein insgesamt?
Eine gesetzlich festgelegte Gesamtdauer gibt es nicht. Vorgeschrieben ist nur der Mindestumfang: 32 Unterrichtseinheiten Theorie und 18 Fahrlektionen, jeweils 50 Minuten lang. Dazu kommen der Erste-Hilfe-Kurs mit sechs Stunden, das ärztliche Gutachten und zwei Prüfungen.
Rechnerisch lässt sich dieser Umfang in wenigen Wochen unterbringen. Im Alltag bestimmen aber weitere Faktoren den Kalender: wann deine Fahrschule Kurse und Fahrtermine anbietet, wann Prüfungstermine frei sind und wie viele Übungsstunden du zusätzlich brauchst. Diese Punkte kannst du nur zum Teil beeinflussen.
Für deine Planung heißt das: Rechne den Mindestumfang auf die Zeit um, die du pro Woche zur Verfügung hast, und plane einen Puffer für Wartezeiten und Zusatzstunden ein. Frag schon bei der Anmeldung, wie lange du bei deiner Fahrschule derzeit auf Fahrstunden und Prüfungstermine wartest.
Beispielzeitplan: Was parallel läuft
Viele Schritte musst du nicht nacheinander erledigen. Erste-Hilfe-Kurs und ärztliches Gutachten kannst du gleich zu Beginn einplanen, während der Theorieunterricht schon läuft. Das Gutachten darf bei der Erteilung des Führerscheins höchstens 18 Monate alt sein, ein Termin zu Beginn der Ausbildung passt also gut.
Die folgende Tabelle ist ein Planungsbeispiel und keine Vorgabe. Sie geht von acht Theorieeinheiten und drei Fahrlektionen pro Woche aus und rechnet ohne Wartezeiten und Zusatzstunden.
| Zeitraum | Schritt | Annahme im Beispiel |
|---|---|---|
| Woche 1 | Anmeldung, Erste-Hilfe-Kurs, Termin für das ärztliche Gutachten | Kurs mit sechs Stunden an einem Tag oder zwei Abenden |
| Woche 1 bis 4 | Theorieunterricht | 8 Unterrichtseinheiten pro Woche, insgesamt 32 |
| Woche 2 bis 7 | Fahrlektionen | 3 Fahrlektionen pro Woche, insgesamt 18 |
| ab Woche 5 | Theorieprüfung | sobald Unterricht und Gutachten abgeschlossen sind |
| ab Woche 8 | Fahrprüfung | je nach freiem Prüfungstermin |
| danach | Zustellung der Scheckkarte | 5 bis 10 Tage nach Bezahlung der Gebühren |
In diesem Beispiel bist du nach rund acht Wochen bereit für die Fahrprüfung. Jede zusätzliche Fahrlektion, jede Woche Wartezeit auf einen Termin und ein weiterer Prüfungsantritt verschieben den Plan nach hinten.
Wann du frühestens beginnen kannst
Die Ausbildung beginnst du frühestens sechs Monate vor dem Mindestalter. Für den klassischen B-Führerschein bedeutet das: Mit 17 Jahren und sechs Monaten kannst du starten, die Fahrprüfung legst du ab deinem 18. Geburtstag ab. Wenn du die Prüfung möglichst bald nach deinem Geburtstag ablegen möchtest, besprich die Terminplanung frühzeitig mit der Fahrschule.
Beim L17-Modell startest du schon mit 15 Jahren und sechs Monaten. Nach den ersten Fahrstunden sammelst du mit einer privaten Begleitperson mindestens 3.000 Kilometer Fahrpraxis. Die Prüfung legst du frühestens mit 17 ab. Wer zum frühestmöglichen Zeitpunkt startet, ist also mindestens eineinhalb Jahre in Ausbildung. Die vorgeschriebenen Ausbildungsfahrten ermöglichen dir, über einen längeren Zeitraum Fahrpraxis zu sammeln. Alles zu diesem Modell liest du im Ratgeber L17-Führerschein.
Für den Moped-Führerschein AM gilt eine eigene Regel: Hier beginnst du zwei Monate vor deinem 15. Geburtstag. Mehr dazu im Ratgeber Mopedführerschein.
Theorie und Fahrstunden: wie viel Zeit du brauchst
In der Fahrausbildung dauert eine Unterrichtseinheit 50 Minuten, in der Theorie genauso wie in der Praxis. Für die Klasse B besuchst du 32 Einheiten Theorie: 20 Einheiten Grundwissen für alle Klassen und 12 Einheiten speziell zur Klasse B. Das sind knapp 27 Stunden Unterricht. Wie sich diese Stunden verteilen, hängt vom Kursmodell deiner Fahrschule ab, etwa als Abendkurs über mehrere Wochen oder als Intensivkurs.
Bei der Praxis hilft es, zwei Begriffe zu trennen. Eine Fahrlektion dauert 50 Minuten. Ein Fahrtermin kann eine oder mehrere Lektionen umfassen, zum Beispiel als Doppelstunde. Vorgeschrieben sind mindestens 18 Fahrlektionen. Sie verteilen sich auf Vor- und Grundschulung, Hauptschulung, Perfektionsschulung mit Nachtfahrt, Autobahn und Überlandfahrt sowie Prüfungsvorbereitung.
| Fahrlektionen pro Woche | Dauer für 18 Lektionen |
|---|---|
| 2 | 9 Wochen |
| 3 | 6 Wochen |
| 4, etwa zwei Doppelstunden | rund 5 Wochen |
Die Tabelle zeigt nur den Mindestumfang. Brauchst du zusätzliche Übungsstunden oder fallen Termine aus, verlängert sich die Zeit entsprechend. Wie viele Lektionen du zusätzlich brauchst, besprichst du laufend mit deinem Fahrlehrer.
Prüfungstermine und mögliche Wartezeiten
Zwischen Ausbildung und Führerschein liegen zwei Prüfungen. Zur Theorieprüfung trittst du an, sobald du den Theorieunterricht abgeschlossen hast und das ärztliche Gutachten vorliegt. Für die Klasse B besteht sie aus zwei Modulen mit je 30 Minuten. Alles zu Ablauf und Vorbereitung liest du im Ratgeber Theorieprüfung in Österreich.
Ab der bestandenen Theorie hast du 18 Monate Zeit für die Fahrprüfung. Läuft diese Frist ab, musst du die Theorieprüfung wiederholen. Trag dir das Datum deshalb gleich in den Kalender ein.
Den Termin für die Fahrprüfung vereinbart deine Fahrschule. Plane dafür etwas Puffer ein, denn ein freier Termin ist nicht immer sofort verfügbar. Fällst du bei einer Prüfung durch, kannst du seit 1. September 2026 nach 12 Tagen wieder antreten, vorher waren es zwei Wochen. Hast du einen festen Termin im Blick, etwa einen Ferienjob mit dem Auto, rechne diese Möglichkeit mit ein. Was dich bei der Fahrprüfung erwartet, erklärt der Ratgeber Praktische Fahrprüfung.
Nach der bestandenen Fahrprüfung bekommst du einen vorläufigen Führerschein. Die Scheckkarte kommt nach Bezahlung der Gebühren meist innerhalb von 5 bis 10 Tagen per Post.
So planst du deine Ausbildung
Frag bei der Anmeldung, wie die Fahrschule Theorie, Fahrstunden und Prüfungen organisiert und wie lange du derzeit auf Termine wartest. Mit diesen Angaben kannst du den Mindestumfang auf deinen Kalender umrechnen. Erste-Hilfe-Kurs und Gutachten erledigst du am besten gleich zu Beginn, dann halten sie dich später nicht auf.
Regelmäßige Fahrstunden helfen dir, auf dem bereits Gelernten aufzubauen. Nach längeren Pausen brauchst du oft etwas Zeit, um wieder sicher zu werden. Lernst du die Prüfungsfragen parallel zum Unterricht, erkennst du frühzeitig, welche Themen du noch üben solltest.
Wenn du dir einige Wochen für die Ausbildung freihalten kannst, kommt ein Intensivkurs infrage. Er bündelt Theorie und Fahrstunden, garantiert aber keinen bestimmten Prüfungstermin. Hast du eine geeignete Begleitperson, ist die Ausbildung mit Übungsfahrten eine Ergänzung: Du sammelst zusätzliche Praxis bei privaten Fahrten.
Plane außerdem einen Puffer ein, für zusätzliche Fahrlektionen, für Wartezeiten auf Prüfungstermine und für einen möglichen weiteren Antritt. Was die einzelnen Schritte kosten, zeigt der Ratgeber Was kostet der Führerschein?
Nach der Prüfung: Mehrphasenausbildung und Probezeit
Mit der bestandenen Fahrprüfung darfst du selbstständig fahren. Mehrphasenausbildung und Probezeit laufen danach parallel und verlängern die Zeit bis zur ersten eigenen Fahrt nicht. Planen musst du sie trotzdem, denn die Mehrphasenausbildung besteht aus drei Etappen mit festen Zeitfenstern.
| Etappe | Zeitraum nach der Prüfung |
|---|---|
| Erste Perfektionsfahrt | 2 bis 4 Monate |
| Fahrsicherheitstraining mit verkehrspsychologischem Gruppengespräch | 3 bis 9 Monate |
| Zweite Perfektionsfahrt | 6 bis 12 Monate |
Trag dir diese Zeitfenster gleich nach der Prüfung in den Kalender ein. Verpasst du eine Etappe, verlängert sich nach einer Nachfrist die Probezeit, und im schlimmsten Fall droht der Entzug des Führerscheins. Alle Details liest du im Ratgeber Mehrphasenausbildung.
Parallel läuft die Probezeit von drei Jahren. In dieser Zeit gilt für dich eine Grenze von 0,1 Promille, praktisch also kein Alkohol am Steuer.
Andere Klassen: wie lange Zusatzausbildungen dauern
Hast du die Klasse B, gehen viele Erweiterungen schnell. Für Code 96, mit dem du Gespanne bis 4.250 kg fahren darfst, absolvierst du sieben Unterrichtseinheiten Theorie und Praxis ohne Prüfung. Das ist oft an einem Tag erledigt. Für Code 111, mit dem du nach fünf Jahren B-Führerschein Leichtmotorräder bis 125 cm³ lenken darfst, reichen sechs Einheiten Praxis.
Für eigenständige Klassen wie den Motorradführerschein A2 oder die Klasse BE brauchst du dagegen eine eigene Ausbildung mit Prüfung. Den Theorie-Grundteil musst du nicht wiederholen, wenn du schon einen Führerschein hast. Welche Klasse du für welches Fahrzeug brauchst und ab welchem Alter, zeigt der Ratgeber Führerscheinklassen in Österreich.
Und dann: das erste Auto
Viele beginnen schon während der Ausbildung, nach dem ersten eigenen Auto zu suchen. Das ist eine gute Idee, denn so hast du Zeit zu vergleichen und musst nach der Prüfung nicht überstürzt kaufen. Für den Einstieg reicht oft ein gepflegter Gebrauchtwagen, der günstig im Unterhalt ist.
Denk dabei nicht nur an den Kaufpreis. Versicherung, motorbezogene Versicherungssteuer, Sprit, Service und Pickerl kommen jedes Jahr dazu. Als Fahranfänger zahlst du bei der Versicherung oft mehr, weil dir noch die schadenfreien Jahre fehlen. Wie der gesamte Weg zum Führerschein aussieht, fasst der Ratgeber Führerschein machen: der Ablauf zusammen.
Häufige Fragen
Quellen und Stand
oesterreich.gv.at, Mindestalter, Fahrprüfung und Mehrphasenausbildung (Stand 2026) · autorevue, B-Führerschein in Österreich. Geprüft am 21.10.2026.
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